HDAC-Inhibition durch SAHA mildert Doxorubicin-induzierte Kardiotoxizität
Anthrazykline wie Doxorubicin gehören nach wie vor zu den am häufigsten eingesetzten Krebsmedikamenten, ihre kardiotoxischen Nebenwirkungen sind jedoch noch immer nicht vollständig verstanden, und eine wirksame Vorbeugung fehlt bislang. Diese Arbeit beschreibt einen bisher unbekannten mechanistischen Zusammenhang zwischen Doxorubicin-induzierter Topoisomerase-IIb-Aktivität und der MEF2-getriebenen pathologischen Genexpression in Kardiomyozyten: Doxorubicin rekrutiert Topoisomerase IIb bevorzugt an MEF2-assoziierte kardiale Genpromotoren und verstärkt dadurch die MEF2-Aktivität.
Der Pan-HDAC-Inhibitor SAHA wirkt dem entgegen – allerdings nur, wenn HDAC4 vorhanden ist: SAHA fördert die Acetylierung des Chaperons 14-3-3, wodurch dessen Bindung an HDAC4/5 gestört wird. Dies hält diese Klasse-IIa-HDACs im Zellkern zurück und unterdrückt die MEF2-getriebene Transkription. In Mäusen reduzierte die SAHA-Kotherapie die Doxorubicin-induzierte kardiale Dysfunktion und Fibrose, während ein kardiomyozyten-spezifischer Verlust von HDAC4 diesen Schutz aufhob. Die Ergebnisse positionieren HDAC-Inhibition als mögliche kardioprotektive Repurposing-Strategie im Rahmen der Anthrazyklin-Chemotherapie.
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