Wir untersuchen die Wechselwirkungen zwischen Krebserkrankung, Tumortherapie und Herz – von molekularen Mechanismen im Labor bis zur klinischen Anwendung an der kardio-onkologischen Ambulanz.
Wir erforschen die molekularen und epigenetischen Mechanismen, mit denen Krebs und Krebstherapien das Herz schädigen.
Auf Grundlage unserer Arbeiten zu Histon-Deacetylasen (HDAC) untersuchen wir die epigenetischen Folgen von Krebs und Krebstherapien auf das Herz. Besonders interessieren uns die kardialen epigenetischen Veränderungen durch Anthrazykline und deren Konsequenzen in verschiedenen präklinischen Krebsmodellen. Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
Unsere Vorarbeiten zeigen, dass epigenetische Veränderungen nicht direkt zu transkriptionellen Veränderungen führen, aber die Empfänglichkeit für kardiale Stress-Signale erhöhen. Wir haben eine genomische Region identifiziert, die bei metabolischem Stress epigenetisch stark verändert wird, und untersuchen mittels genetischer Deletion deren Auswirkungen auf biologische Funktionen. Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
Durch systematische Analyse des menschlichen kardialen Transkriptoms konnten wir Gene des kardialen Inflammasoms identifizieren, die bei Patient:innen mit Myokarditis stark dysreguliert sind (Finke et al., Cancers 2021). Aktuell erstellen wir konditionale präklinische Modelle, um Schutzstrategien gegen diese kardiale Entzündung zu untersuchen. Aktuell gefördert durch ein Translationale Research Project des DZHK.
Wir haben nukleäre Rezeptoren als wichtige Regulatoren des kardialen Stoffwechsels identifiziert. Gegenwärtig untersuchen wir ihre molekularen Signalwege (Bindungspartner, Genregulation) sowie die metabolische Signalübertragung auf das kardiale Epigenom – auf Grundlage mechanistischer Arbeiten zur adrenergen Beta-Signalübertragung. Dieses Projekt wird gefördert durch die Deutsche Herzstiftung.
Im Rahmen von Atheric-care untersuchen wir gemeinsam mit Kooperationspartnern am DKFZ, dem MDC und dem Universitätsklinikum Kiel, wie Krebs-Immuntherapien das Herz beeinflussen. Gefördert durch die Hector Stiftung (Pressemitteilung).
Grundlage ist die kardio-onkologische Sektion am Universitätsklinikum Heidelberg – von Diagnostik über Bildgebung bis zu Versorgungsstandards.
Wir untersuchen prädiktive Faktoren der ICI-assoziierten Myokarditis. Gemeinsam mit der UCSF (San Francisco), dem Hôpital Salpêtrière (Paris) und internationalen Partnern etablieren wir standardisierte Verfahren zur Diagnose (Finke et al. Front Cardiovasc Med 2021; Cancers 2021; Lehmann et al. JAMA Cardiol 2021; Circulation 2023).
In Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizin des UKHD untersuchen wir etablierte und neue Tracer: die Aktivierung kardialer Fibroblasten (FAPI-PET) und metabolische Bildgebung mit 18F-FDG. Zusätzlich prüfen wir den frühen Einsatz der kardialen MRT (cMRI) zur individuellen Risikobestimmung (Heckmann et al. Circ Cardiovasc Imaging 2020).
Auf Basis unseres HEidelberg Cardio-Oncology REgistry (HEartCORE) untersuchen wir hochsensitives Troponin (hs-cTnT) zur Identifikation von Hochrisikopatient:innen und führen prospektive Studien zu biomarkerbasierten Überwachungsstrategien durch (Lehmann et al. Clin Res Cardiol 2021; Circulation 2023).
Mit nationalen und internationalen Partnern etablieren wir standardisierte Abläufe zur Überwachung onkologischer Patient:innen unter potenziell kardiotoxischer Therapie und bauen ein deutschlandweites Netzwerk kardio-onkologischer Einheiten auf (DGK AG40; Rassaf et al. Clin Res Cardiol 2020; Lehmann et al. JAMA Cardiol 2021). Ein Beispiel ist die kardiovaskuläre Überwachung bei CAR-T-Zell-Therapie (Korell et al. 2024; Köckerling et al. 2024).
Kontaktpersonen klinische Forschung: Daniel Finke, Jannek Brauer, Melis Onay, Chistoph Matthias
Konditionale Maus-Modelle, primäre Kardiomyozyten und Krebsmodelle zur Untersuchung von Kardiotoxizität.
Transkriptomik, epigenetische Profilierung und CRISPR-Cas9-basierte Ansätze.
FAPI-PET, kardiale MRT und das HEartCORE-Register als translationale Brücke zur Klinik.